Inverse Endoprothese

Inverse Schulterprothesen

Dieser Prothesentyp kommt meist zum Einsatz, wenn eine Defektarthropathie vorliegt, also eine Kombination aus degenerativen Gelenkveränderungen und nicht reparablem Rotatorenmanschettendefekt (Abb. 2). Hierbei handelt es sich um eine relativ häufige Erkrankung. Inverse Prothesen eignen sich aber auch für schwere Defektzustände nach fehlverheilten Frakturen, für Wechseloperationen bei Prothesenlockerung, nach Versagen einer anatomischen Frakturprothese, bei Tumoren und anderen Krankheitsbildern, d.h. sie sind immer dann angezeigt, wenn neben den Gelenkkörpern auch schwere Muskel und Sehnenschäden vorliegen. Spezielle, verstellbare inverse Frakturprothesen erleichtern in diesen Fällen die Anpassung an die pathologischen Bedingungen (Abb. 2). 

a)                          b)                             c)                         d)

Abb. 2: a) Schwere Rotatorendefektarthropathie mit Zerstörung des Kopfes, der Pfanne und auch des Gleitraumes unter dem Schulterdach als Folge eines irreparablen Rotatorenmanschettendefektes; b) Zementfrei implantierte inverse Schulterprothese (Delta-X-tend); c) Zementiert implantierte inverse Endoprothese (Affinis inverse); d) Bei der letztgenannten Prothese besteht die kugelförmige Komponente aus Polyäthylen (mit dem Ziel einer längeren Haltbarkeit der Prothese), so dass sie im Röntgenbild nicht sichtbar ist.